Abgesang Musikschule

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Abgesang Musikschule

Beitragvon musix61 » Fr 4. Mai 2018, 10:24

Liebes Forum,

ich möchte auch Euch noch einmal meine „Erlebnisse“ an einer städtischen Musikschule, an der ich 30 Jahre lang fast ohne Fehlstunden als Honorarkraft arbeitete, mitteilen:

Im April 2017 wurde bei mir eine Krebserkrankung festgestellt.
Ich zerbrach mir den Kopf, wie die dringend erforderliche Operation, Reha, Rekonvaleszenz und vieles mehr mit meiner Lehrtätigkeit zu vereinbaren ging. So zögerte ich die OP noch hinaus, und legte sie möglichst dicht an die Sommerferien, damit mein Unterrichtsausfall so gering wie möglich bleibt. Gegen den Rat meiner Ärzte setzte ich alles daran, pünktlich zum Schuljahresbeginn im August wieder arbeitsfähig zu sein, was mir auch gelang, obwohl ich noch bis 1.9.17 arbeitsunfähig geschrieben war.
Doch bei meiner Rückmeldung wurde mir gesagt, dass Schülern gestattet wurde, außerordentlich, d.h. rückwirkend zu kündigen, und zwar zu einem Termin, wo ich noch nicht einmal operiert war. Es wurde das Ansinnen geäußert, dass „ich ja vielleicht sowieso nicht mehr zurückkomme“. Eine Stunde, die ich im Juni noch unterrichtete, „haben wir den Schülern halt geschenkt“, hieß es. Wie meine Nachfrage bei einer betreffenden Mutter ergab, erfolgte die Kündigung nicht, wie es vom Büro der MS dargestellt wurde, auf ihr Drängen, sondern wurde von der MS angeboten.
Diese Vorgehensweise, diese Worte haben mich auf das Äußerste verletzt.
Mein Geschenk war ein durchlöcherter Stundenplan und erneute Mindereinnahmen.
Mein diesbezügliches Schreiben an zuständige Stelle wurde mehrere Wochen lang nicht beantwortet. Auch dies trug dazu bei, dass ich meinen Unmut in einer geschlossenen Gruppe eines sozialen Netzwerkes äußerte, wobei ich nachweislich weder Name und Ort der MS nannte, noch die Namen von beteiligten Personen, sodass die MS für Außenstehende nicht erkennbar war.
Meine Beiträge wurden von städtischer Seite mitgelesen, wie auch immer dies möglich war, d.h. ich wurde überwacht. Ich wurde im September ins Rathaus geladen. Zunächst wurde, ohne ein Wort des Bedauerns, behauptet, durch die rückwirkende Schülerkündigung wäre mir kein Nachteil entstanden. Die Person, die dies gewährt und somit gegen die eigenen AGB der MS gehandelt hat, wurde also in Schutz genommen. Meine Bitte, mir in diesem außerordentlichen Krankheitsfall den Ausfall (er betrug keine 3 Arbeitstage) zu erstatten, bei jedem „normalen“ Arbeitnehmer, der auch nur eine banale Erkältung hat, eine Selbstverständlichkeit, wurde ebenfalls abgewiesen.
Sodann wurden mir Stellen meiner Forenbeiträge präsentiert, zusammen mit dem Vorwurf, ich hätte „die Stadt verunglimpft“.
Danach erhielt ich meine Kündigung.
In der Textversion, die der Amtsperson vorlag, habe ich an einer Stelle mit eigenen Augen den Namen der Stadt gelesen, was ich nie geschrieben habe. Das bedeutet, dass in mindestens einem Fall meine Texte durch einen wesentlichen, mich belastenden Zusatz gefälscht wurden. Ich bat um eine Erklärung für diesen Sachverhalt. Eine Antwort habe ich nie bekommen. Statt dessen wurden mir „rechtliche Konsequenzen“ angedroht, falls ich noch einmal die Vermutung einer Änderung meiner Texte städtischerseits äußern sollte. Ich schließe daraus, dass Informant/in und Textfälscher/in gedeckt wurden, und von Amtsseite (!) billigend in Kauf genommen wurde, ungeprüfte Texte gegen mich zu verwenden, die zu meiner Entlassung genügen.
Zu „guter“ Letzt wurde auch noch eine Honorar- Rückzahlung von mir gefordert. Der Grund ist, dass durch die Schüler-Kündigungen, sowie durch die nachweisbare Tatsache, dass mir neue Schüler vorenthalten wurden, ein Minus gegenüber der Monatspauschale entstand. Und das, obwohl es mir nach meiner Krankheit gelang, trotz Nachsorgeuntersuchungen, Physiotherapie usw. jede einzelne Stunde zu halten, und darüber hinaus sogar noch einen Teil meiner Fehlstunden nachzuholen.


Danke für die Lesegeduld, und Grüße an die Gruppe,

Volker Coutandin
musix61
 
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Re: Abgesang Musikschule

Beitragvon Stefanus » So 6. Mai 2018, 17:13

HAMMER!!!!!!

Schon mal dran gedacht, das mit nem Fachjuristen durchzukakeln? Wenn Du im DTKV bist, frag mal in Bonn bei RA Werner nach. Das kann man doch nicht einfach so stehen lassen!

Ist die MS im VdM? Dort könntest Du auch mal nachfragen, zumindest, an wen man sich wenden könnte.
Stefanus
 
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Re: Abgesang Musikschule

Beitragvon Camac » Mo 7. Mai 2018, 00:26

Das ist ja ein dicker Hund. Falls du noch die Nerven und Kraft hast dann versuche etwas zu unternehmen.Denke auch das dafür eine Rechtsberatung nötig ist.
Schau mal hier vielleicht
http://www.musikerkanzlei.de/musikrecht/65.html

Alles Gute Camac
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